Münchens Ältestes und traditionsreichstes Stadion darf nicht abgerissen werden! Das Sechzger-Stadion muss bleiben!
Neben dem Spaßfaktor hat die Aktion XXX-Tausend auch ein ernstes Anliegen: Der Stadtratsbeschluss zum Abriss des Giesinger Wahrzeichens besteht nach wie vor. Zwar ist Bewegung in die politische Diskussion gekommen, aber formal aufgehoben ist der Beschluss leider noch nicht.
Deshalb ist es auch 2009 erneut notwendig, für den Erhalt des Grünwalder Stadions zu demonstrieren und ein deutliches Zeichen zu setzen. Mit Ihrem Kommen am 30. Mai sagen Sie klar und deutlich »Ja« zum Erhalt der fast hundertjährigen Fußballhochburg in Giesing.

Viele gute Gründe sprechen für den Erhalt der Löwen-Heimat!
Münchens Traditionsspielstätte:
- ältestes und traditionsreichstes Stadion Münchens
- Heimat der Löwen seit fast 100 Jahren
- Ort der größten Erfolge des TSV 1860
- Kultstätte aller Löwen- und Fußball-Fans
- meistgenutztes Stadion Bayerns (bis zu 100 Veranstaltungen pro Jahr)
- Ausbildungsstätte für die Münchner Fußballjugend
(Spielort der Amateur- und Nachwuchsmannschaften)
- erfüllt als einzige Münchner Spielstätte (neben den Großstadien)
die DFB-Auflagen für die Regionalliga und Junioren-Bundesliga
- Stadion mit traditioneller Fußball-Atmosphäre (englisches Flair)
Giesings Wahrzeichen:
- seit 1911 historisch gewachsene, im Stadtbild verwurzelte
Sportstätte und damit Symbol für das liebenswerte München
- das Stadion macht den Stadtteil überregional bekannt
- Bollwerk gegen eine »Aufwertung« Giesings durch Immobilien-
Spekulanten, steigende Mieten und eine Vertreibung
alteingesessener Bewohner des Stadtteils
Stadion mit Zukunft:
- einziger vielfältig nutzbarer Veranstaltungsort mittlerer
Größe in München
- einmalige zentrale Lage in Innenstadtnähe
- hervorragende Verkehrsanbindung (v.a. an den ÖPNV)
- sehr hohe Gastronomie-Dichte im Umfeld des Stadions
- wirtschaftlicher Betrieb des Stadions als Veranstaltungsort
nebst sozialer Einrichtungen für die Nachbarschaft wäre mittels
eines professionellen Betreiber-Modells möglich
Die Zukunft des Sechzger-Stadions
Bestandsaufnahme und Ausblick zur stadtpolitischen Diskussion
von Roman Beer, 1. Vorsitzender der Freunde des Sechz'ger Stadions e.V.
Der Münchner Stadtrat hat vor geraumer Zeit eine Entscheidung getroffen, dass das Gelände des Sechzger-Stadions überplant werden und das Stadion abgerissen werden soll. Diese Entscheidung ist noch immer gültig, obwohl nach über zehn Jahren des Nachdenkens und Diskutierens kein brauchbarer Ersatzspielort für die U23- und U19-Mannschaften von 1860 und Bayern gefunden wurde, die derzeit im Sechzger-Stadion spielen. Aufgrund verschiedener Signale aus der Politik (u.a. von Bürgermeisterin Strobl, SPD, im Vorfeld der Kommunalwahlen 2008) gehen wir inzwischen davon aus, dass hier ein Prozess des Umdenkens eingesetzt hat. Doch die Entscheidung über die Zukunft des Sechzgers steht noch immer aus und wird voraussichtlich in den nächsten Monaten fallen. Daher wollen wir die Fakten zum Sechzger-Stadion noch einmal aufzeigen:
München braucht ein Stadion für die 3. und 4. Liga bzw. die Junioren-Bundesliga und das Sechzger-Stadion ist - auch wenn es kein hochmoderner Neubau ist - für diese Zwecke quasi ideal. Das Stadion ist laut dem städtischen Sportamt mit 60 bis 80 Spielen pro Jahr das meistgenutzte Stadion in Bayern. Alternative Spielstätten für die genannten Mannschaften existieren in München nicht und ein Standort für den Bau eines neuen Kleinstadions wurde in den letzten Jahren vergeblich gesucht. Die vergleichsweise überschaubaren Investitionen, die getätigt werden müssen, um das Stadion für den Spielbetrieb in der 3. und 4. Liga in einem funktionsfähigem Zustand zu halten, liegen zudem bei einem Bruchteil dessen, was ein neues Kleinstadion auf der grünen Wiese kosten würde.
Schauen wir uns die Zahlen genauer an: Das Stadion verursacht bei jährlichen Einnahmen von ca. 115.000 Euro und jährlichen Ausgaben von ca. 315.000 Euro ein Defizit von ca. 200.000 Euro per anno. In den Kosten sind zudem die Werkstatt unter der Gegentribüne und der Fuhrpark enthalten, welche auch für andere städtische Sportanlagen genutzt werden. Eine Bezirkssportanlage kostet der Stadt München zwischen 200.000 und 250.000 Euro Unterhalt pro Jahr (Günter Schwarz, stv. Sportamtsleiter in der SZ vom 16.11.2006). Das Stadion verursacht somit in etwa die Kosten einer Bezirkssportanlage. Auch bei einem neuen Kleinstadion würden diese Betriebskosten in gleichem Maße auftreten.
Das Stadion an der Grünwalder Straße könnte zudem durch entsprechende aktive Vermarktung abseits des Fußball-Liga-Spielbetriebs (Open-Air-Kino, Firmen-Events etc.) auch im baulichen Status quo besser genutzt werden, wodurch zusätzliche Einnahmen erzielt werden könnten.
Die Sanierungsmaßnahmen im Sommer 2008 (Auflagen für neue 3. Liga) haben rund 800.000 Euro gekostet, wobei der Großteil auf Sicherheitstechnik (Kameraüberwachung, Polizeicontainer, Trennzäune) entfiel. (Die zeitgleich vorgenommene Kapazitätsreduzierung auf 10.240 Plätze hatte wohlgemerkt nichts mit Auflagen des DFB oder des Gesetzgebers zu tun, sondern war im Grunde ein Willkürakt der Münchner Polizei, der mit fadenscheinigen Sicherheitsbedenken begründet wurde.) Eventuelle weitere Sanierungsmaßnahmen (restliche DFB-Auflagen für neue 3. Liga, Vorschriften der neuen Bayerische Versammlungsstättenverordnung) hängen v.a. mit der TV-Tauglichkeit (Flutlichtstärke) und dem Ersatz der Sitzbänke in der Haupttribüne durch Schalensitze zusammen. Das Stadion hat sich im jetzigen Zustand für die 3. Liga aber bewährt. Auf weitere Maßnahmen wie das für Live-Übertragungen von Spielen der 3. Liga taugliche Flutlicht kann aufgrund der für das Fernsehen unattraktiven Mannschaften (FCB II) verzichtet werden. Die vom Sportamt kolportierten Beträge von 20 bis 30 Mio. Euro sind aus unserer Sicht zu hoch angesetzte Kosten für eine nicht unbedingt notwendige Generalsanierung. Die Kosten für eine neu gebaute Haupttribüne zur Schaffung einer modernen Infrastruktur (Spielertrakt, Polizei, Medien, Gastronomie, Haustechnik) und Ermöglichung einer multifunktionalen Nutzung (Stadtteilzentrum) würden ca. 10 bis 15 Mio. Euro betragen. Beim Bau eines neuen Kleinstadions würden dagegen nach Schätzung des Sportamtes Baukosten von 20 bis 30 Mio. Euro entstehen, die den Erlös aus dem Verkauf des Grundstücks an der Grünwalder Straße (ca. 10 Mio Euro) weit übertreffen würden. Ein Stadionneubau am Stadtrand wäre zudem baurechtlich schwer durchsetzbar und würde weiteren Flächenverbrauch sowie teure Infrastrukturmaßnahmen bedeuten. Alle bisherigen Alternativen wurden daher verworfen.
Im Gegensatz zu einem neuen Kleinstadion am Stadtrand ist das Sechzger ein einzigartiger innenstadtnaher Veranstaltungsort. Das Stadion ist im Stadtviertel verankert und das Wahrzeichen Giesings. Durch die gewachsene Gastronomie- und Kneipenstruktur im Stadionumfeld und die hervorragende ÖPNV-Anbindung (3 U-Bahnhöfe mit 2 U-Bahnlinien, 2 Trambahn-Stationen mit 2 Trambahnlinien, mehrere Buslinien) weist das Sechz’ger zudem klare Standortvorteile auf.
Dies gilt nicht zuletzt auch für künftige Entwicklungen im Stadion- und Veranstaltungsstättenbau. Rod Sheard von HOK Sports Architects, dem weltweit führenden Sportarenenbauer, hat hierzu die Fünf-Generationen-Theorie ausgearbeitet. Die Allianz-Arena ist aus seiner Sicht ein Prototyp für die vierte Stadion-Generation. Doch die fünfte Stadion-Generation wird die Arena laut Sheard wieder zurück in die Städte, zu den Menschen bringen: „Sie müssen das Stadion im Idealfall bequem zu Fuß erreichen können, dann liegt es perfekt in der Stadt. Sonst funktioniert es nicht.” (Quelle: „Der Zeitgeist heißt Sport” in: Der Standard, 3.6.2006)
Das Stadion an der Grünwalder Straße bietet daher auch für zukünftige Nutzungen beste Optionen.
Abgesehen von diesen ganz rationalen Gründen und dem hohen praktischen Nutzen ist das Sechzger ein Teil der Seele des TSV 1860. Hier wird seit fast 100 Jahren von den Löwen Fußball gespielt. Das Sechzger verkörpert für uns Fans gleichermaßen Kult, Tradition und Heimat. Und deshalb werden wir – auch wenn es inzwischen nur noch die Spielstätte unser U23 und U19 ist – um seinen Erhalt kämpfen wie die Löwen. Das Zeichen, das wir bei der Aktion XXX-Tausend mit mehr als 10.000 Menschen bei einem sportlich vergleichsweise unbedeutenden Spiel setzen werden, wird unübersehbar sein.
Auch der weit überwiegende Teil der Münchner Bevölkerung steht hinter dem Stadion. Für die Bürger ist das Sechzger ein Stück München, das nicht verschwinden darf. Auf Bürgerversammlungen der Stadtbezirke Untergiesing und Obergiesing hat sich die Bevölkerung in den letzten beiden Jahren mehrmals nahezu einstimmig für den Erhalt ausgesprochen. Der Bezirksausschuss Untergiesing-Harlaching hat sich ebenso eindeutig positioniert und fordert parteiübergreifend den Erhalt des Stadions.
Die Freunde des Sechz’ger Stadions e.V. werden auch weiterhin den Kontakt zur Politik suchen, um gemeinsam mit vielen tausend Fans und Bürgern zu signalisieren: Das Sechzger-Stadion muss erhalten bleiben!
»Das Sechzger-Stadion ist für mich ein Stück Heimat. Das Stadion gehört einfach zu Giesing, so wie die Frauenkirche zu München. Hier im Viertel wollen fast alle, dass es bleibt. Ich würde mich freuen, am 30. Mai viele meiner Nachbarn im Stadion zu sehen.«
Florian Zenker, Anwohner aus Untergiesing und Mitinitiator der Fanaktion XXX-Tausend
Buchtipp
»Kultstätte an der Grünwalder Straße - Die Geschichte eines Stadions«
Das Buch zum Stadion von Roman Beer.
192 Seiten, 320 Fotos
A4, Hardcover
ISBN 3-89533-463-4
Euro 24,90
Roman Beer hat die sportliche und die architektonische Geschichte des Sechzger-Stadions nachgezeichnet. Informative Texte, beeindruckende Fotos und ein großzügiges Layout sorgen dafür, dass dem ehrwürdigen Fußballtempel ein Denkmal gesetzt wird.


